Auch bei vollständiger Ruhe hat der Körper bereits einen beträchtlichen Energieumsatz. Der Grund ist die Erhaltung der komplexen zelleigenen Strukturen, die Tätigkeit von Ionenpumpen, die Erhaltung der Körpertemperatur, die Tätigkeit des Gehirns, des Herzens, der Atmung, des Darms und anderer vitaler Funktionen. Auch im vollkommenen Ruhezustand, wie z. B. im Tiefschlaf, ist daher ein basaler Energiebedarf gegeben, der Grundumsatz genannt wird. Dem Grundumsatz steht der Energieumsatz unter Belastung gegenüber: Zieht sich eine Person ihre Sport Bekleidung und Sport Schuhe an, um im Park joggen zu gehen, steigt der Energiebedarf ab dem ersten Schritt gegenüber dem Ruhebedarf deutlich an.
Der Energieumsatz in Ruhe ist in erster Linie von der aktiven (fettfreien) Körpermasse abhängig, da das Körperfett keinen eigenen Energiebedarf hat. Bei schlanken Frauen ist der Fettanteil an der Körpermasse um ca.10 % höher als bei schlanken Männern (zu Lasten der Muskelmasse) und beträgt 25 % (15 % bei Männern). Daher ist auch der Grundumsatz bei Frauen bei gleichem Gewicht um etwa 10 % geringer.
Näherungsweise beträgt der Grundumsatz bei einem normalgewichtigen Mann:
• Grundumsatz = 1 kcal/kg/Stunde,
• bei 70 kg sind das 1680 kcal pro Tag oder 1,17 kcal/min.
Da kcal/min die Dimension der Leistung ist, kann man auch sagen: ein 70 kg schwerer Mann erbringt im Tiefschlaf eine Leistung von:
• 1,17 × 4,19 × 1000/60 = 82 W
Der Normalwert für den Respiratorischen Quotienten (RQ) bei körperlicher Ruhe ist 0,85. Das entspricht der Mitte zwischen dem RQ von Fett und dem RQ von Kohlenhydrat. Die energetische Ausbeute von 1 l O2 entspricht dann ebenfalls der Mitte, das sind 4,85 kcal. Mit diesen Angaben kann man den Umsatz von Energie auf O2-Aufnahme (V.O2) umrechnen:
• (ml/kg/min) = (1,17 kcal/4,85) × 1000/70 = Grundumsatz = 3,45 ml/min/kg, (241 ml O2/min bei 70 kg)
Für eine normalgewichtige Frau gilt:
• Grundumsatz = 0,9 kcal/kg/Stunde,
• bei 65 kg sind das 1404 kcal pro Tag und 0,98 kcal/min oder
• Grundumsatz = 3,1 ml/min/kg, (196 ml O2/min bei 65 kg)
Dies gilt tatsächlich nur für normalgewichtige Männer und Frauen mit einem normalen geschlechtsspezifischen Körperfettanteil. Ist der Körperfettanteil höher, dann sind die angeführten, auf die Körpermasse bezogenen Werte für den Grundumsatz zu hoch, da der Grundumsatz nur durch die metabolisch aktive Körpermasse bestimmt wird. Nimmt nun die Körpermasse nur durch mehr Fett zu, dann bleibt der Grundumsatz insgesamt gleich, der Grundumsatz pro kg wird aber niedriger (Byrne, Hills et al. 2005). Bei übergewichtigen Personen erscheint es daher sinnvoll den Grundumsatz nicht vom tatsächlichen Körpergewicht abzuleiten, um nicht das stoffwechselinaktive zusätzliche Körperfett mit zu berücksichtigen.
Tags: Energiebedarf, Ernährung, Fettanteil, Grundumsatz, Körperfett, Körpermasse, Muskelmasse, Stoffwechsel, Übergewicht
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